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Auf ein Wort

Fährst du gerne Schiff? Magst du das Schaukeln, das Wiegen auf den Wellen, die Meeresluft, den Wind? Oder kriegen dich keine fünf Elefanten auf ein Schiff? Wird dir mulmig dabei?

Paulus sagt von sich, er habe drei Schiffbrüche durchgemacht (2 Kor 11,25). Wer hätte nicht schon nach dem ersten nie wieder ein Schiff betreten?!

Nachdem er vor und in Damaskus durch die Begegnung mit Jesus sein Leben ganz in dessen Dienst stellte, predigte er überall von der befreienden, guten Nachricht Gottes: Jesus nahm unsere Sünden auf sich und befreite uns somit vom Tod! Paulus gründete an vielen Orten neue Gemeinden und stärkte den Glauben der Christen. Dies gefiel den Juden gar nicht und so planten sie ihn zu töten. Doch die römischen Soldaten nahmen ihn vorher gefangen, konnten ihm aber nichts nachweisen und so wurde beschlossen, ihn nach Rom vor den Kaiser zu führen, der dann eine Entscheidung treffen sollte. Um dorthin zu gelangen, nahmen Julius, ein römischer Offizier und Paulus, sein Gefangener, die Route der Getreidelieferschiffe von Ägypten nach Rom, kamen recht unbeschwert auf die Insel Kreta und standen nun vor der Entscheidung, über das offene Meer die Reise gen Rom anzutreten.

In Apg 27,10 lesen wir, wie Paulus vor der Abreise warnte: „Männer, wir werden in Schwierigkeiten geraten, wenn wir jetzt aufbrechen. Uns drohen nicht nur Schiffbruch und Verlust der Fracht, sondern auch Gefahr für Leib und Leben.“ Hier steht nicht geschrieben, wie Paulus zu dieser Einsicht kam. Hatte er von Gott etwas gehört? Oder etwas gesehen? Kam ein Engel und warnte ihn? Vielleicht hatte er ein Gefühl, so ein Bauchgefühl? Fakt ist, Paulus wusste etwas, von dem die Seeleute und römischen Soldaten nichts wussten, weil er ein Mann Gottes war.

Wie ist das denn bei mir? Wenn irgendetwas ansteht, wenn ich Entscheidungen treffen will oder soll? Wenn ich frage, wohin mein Weg gehen soll, wenn ich frage, ob ich losgehen oder stehen bleiben soll? Höre ich dann etwas von Gott? Oder sehe etwas? Oder nehme ein Gefühl wahr? Vielleicht sagt Gott manchmal nicht ‚hier entlang!’, ‚dort entlang!’ oder ‚Vollgas!’ Vielleicht sagt Gott manchmal auch ein einfaches ‚Stopp!’ oder ‚Warte!’ oder ‚Ich kenne einen besseren Zeitpunkt für dich!’

Die Seeleute und römischen Soldaten hörten nicht auf Paulus’ Warnung. Sie segelten trotzdem los. Und anfangs schien auch alles perfekt zu laufen: Ein günstiger Südwind ließ sie gut Richtung Italien reisen. Doch schlagartig kam ein Wirbelsturm auf, ein berüchtigter Wind in dem Gebiet zwischen Kreta und Italien – man nannte ihn den „Nordost“. Alle Versuche, die Kontrolle über das Schiff zu behalten, schlugen fehl und so musste die Besatzung des Schiffs dem Sturm und dem Meer überlassen, wohin sie getrieben wurden. Es gab keine Hoffnung mehr – sie trieben unweigerlich weg von der eigentlichen Route, hin und her gerissen vom Wind, den Wellen und der Meeresströmung.

Bei mir ist das doch ganz ähnlich: Ich habe mich für etwas entschieden – sei es mit oder ohne Gottes Zustimmung – und dann scheint es erst gut zu laufen, bis ich dann doch plötzlich die Kontrolle verliere. Plötzlich wirft mich doch etwas aus der Bahn, bringt mich von meinem Lebenskurs ab, treibt mich weg von meinen Zielen und alles scheint hoffnungslos. Gerade habe ich eine tolle Predigt gehört, eine ermunternde Bibelstelle gelesen, ein Hoffnung machendes Gespräch geführt, ein erbauendes Gebet gesprochen – und schon brausen die Wellen des Alltags auf mich ein, überschwemmen mich, treiben mich hin und her und nehmen mir jegliche Sicht, jegliche Perspektive.

Wie ist das bei dir? Weißt du, wo du gerade stehst? Welchen Kurs dein Leben nimmt? Und wenn ja, weißt du es von Gott, ob er dich auch auf der richtigen Route sieht? Oder segelst du in deinem Leben gerade ohne seinen Segen, seine Zustimmung, seinen Willen für dein Leben?

Vierzehn Tage lang hatten die Reisenden keinerlei Kontrolle über das Schiff. Vierzehn Tage lang nur Regen, Sturm und keine Sonne, keinen Mond, keine Sterne. Vierzehn Tage auszehrende Hoffnungslosigkeit. Und mitten dort hinein trat Paulus auf, rief alle zusammen und machte Mut: „Lasst den Mut nicht sinken. Keiner von euch wird sein Leben verlieren, obwohl unser Schiff untergehen wird. [...] Seid mutig! Denn ich glaube Gott und vertraue darauf, dass es genauso kommen wird, wie er es mir gesagt hat.“ (Apg 27, 22.25) Durch die Zusage Gottes verlor Paulus nicht den Mut und vertraute auf ihn und seine Zusage, dass niemand sterben wird.

Und tatsächlich: Nachdem das Schiff an einem Strand auf Grund lief und auseinanderbrach, kamen alle 276 Passagiere lebend an den Strand. Gerettet! Doch als ob es noch nicht genug Auf und Ab war, wurde Paulus beim Feuerholz holen von einer Giftschlange gebissen. Die Inselbewohner erwarteten nun gespannt das Erlähmen oder Sterben Paulus’, doch nichts passierte.

Paulus, der Gottes Zusagen vertraut, stand unter seinem Segen und überlebte den Schlangenbiss – so wie Jesus es versprochen hatte (Mk 16, 18).

Was ist mit meinem Vertrauen auf Gottes Zusagen? Kann ich daran glauben, darauf vertrauen, egal wie meine Lebensumstände sind? Kann ich sagen ‚Gott ist gut!’, wenn es gut bei mir läuft, ich Haus, Familie, Gesundheit und Wohlstand habe? Und kann ich es auch sagen, wenn sich alles gegen mich zu verschwören scheint? Wenn mir nach einer wunderbaren Rettung doch wieder irgendetwas „Gift“ in mein zartes Glaubenspflänzchen gibt und mein Vertrauen in Gottes Macht zu zerstören droht? Ist Gott dann immer noch gut?

Lasst uns jeder für sich und gemeinsam als Gemeinde auf das hören, schauen, achten, was Gott uns mitteilen möchte. Er spricht zu uns! Er gibt uns Träume und Visionen! Und er schenkt uns Wahrnehmungen mit allen unseren Sinnen! Wir müssen um jeden Preis sensibel dafür werden, dass und wie er auf individuelle – aber immer liebende – Art und Weise Beziehung zu uns sucht. Lasst uns mit allen Sinnen wachsam sein.

Ich wünsche jedem, dass er sich von Gott in seinem Lebensplan, in seiner Lebensroute „reinreden“ lässt. Dass dort Raum für Gottes Reden, Wirken und seine Ausrichtung für unser Leben ist. Und vor allem wünsche ich dir, dass dein Vertrauen auf Gott in allen Lebenslagen unerschütterlich bleibt, sodass es dann heißt „Dein Glaube hat dich gerettet.“ (Lk 17, 19b)

Euer Jonathan Raudies  

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